G7
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Die Heimat der Wölfe
2. Februar 2016
 

"Reiter der Apokalypse"
140 x 180 cm | 2016


Religiöse Motive aus einer amerikanischen Freikirche finden sich wiederholt im Sujet des Künstlers. Endzeit, Weltuntergang und die Offenbarung des Johannes spielten in der Glaubensgemeinschaft, die Ungers Jugend prägte, eine besondere Rolle. Die Bilddarstellung verweist auf den zweiten der vier apokalyptischen Reiter:
„Und es kam heraus ein zweites Pferd, das war feuerrot. Und dem, der darauf saß, wurde Macht gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, dass sie sich untereinander umbrächten, und ihm wurde ein großes Schwert gegeben.“ (Offenbarung 6,4)
Der Ort an dem sich der Reiter befindet, ist der Tempelberg in Jerusalem. Der Reiter trägt zwar die historischen Insignien eines christlichen Tempelritters, dennoch sind die Gasmasken von Reiter und Ross Hinweise auf die Neuzeit.

 
Hintergrund

Hintergrund


Raymond Unger stammt aus einer Malerfamilie. Der Künstler wächst auf einem Hof mit Großvater und Onkel mütterlicherseits auf, die beide religiöse Kunstmaler sind - der Onkel, Emil Maier-F., mit internationaler Beachtung. Der selbstverständliche Zugang zum Medium Malerei führt den Künstler über abstrakte Malanfänge (bis 1989) zum figurativ-expressiven Realismus. 2004 Atelierumzug von Hamburg nach Berlin, zu diesem Zeitpunkt gibt Unger auch die Malerei mit dem Pinsel auf, seither entstehen seine Werke ausschließlich mit dem Malerspachtel.

Spachteltechnik


Über die Jahre entwickelt Unger eine Maltechnik mit hohem Wiedererkennungswert. Die Selbstbeschränkung im Werkzeug zwingt den Künstler zu einem außerordentlich authentischen Farbauftrag (siehe Maltechnik) – spätere Korrekturen oder Übermalungen sind unmöglich. Ungers extremer Duktus unterstreicht dabei in idealer Weise die Emotionalität seiner Sujets.