
2015
Neuerscheinung 15. Oktober 2026
Roman
400 Seiten gebunden mit Schutzumschlag
25,00 € (D) | 26,00 € (A)
ISBN 978-3958906723
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Ein Roman über deutsch-deutsche Befindlichkeiten in Zeiten der Krise.
Stolpenhagen, eine fiktive Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern, wird zum Hohlspiegel der Merkel-Republik: Bigotte Gutmenschen, esoterische Gurus, rechtsextreme Jugendliche, blockierte Künstler, islamistische Fanatiker, karrierebewusste Journalisten und machthungrige Lokalpolitiker bilden das Personal dieses turbulenten Gesellschaftsromans. Not, Gier, Hass und moralische Selbstvergewisserung zwingen Menschen in fragile Gemeinschaften – bis alles kippt.
Zwischen Ost und West, Humanismus und Zynismus, religiösem und politischem Fanatismus erzählt der Roman von Verführbarkeit, erster Liebe, Angst und Selbstbetrug. „2015“ zeichnet ein vielstimmiges, schonungsloses Porträt einer Gesellschaft im Ausnahmezustand – und eines Landes, das seine ehemalige Teilung noch immer nicht überwunden hat.
Der Roman verweigert einfache Schuldzuweisungen. Er zeigt, wie Humanismus zur Pose verkommt, wenn Helfen Macht bedeutet – und wie eine Gesellschaft zerfällt, wenn Hypermoral den Platz von Verantwortung einnimmt.
Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 verlässt Familie Volkmann das wohlhabende Hamburg-Eppendorf und zieht in ein Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. In einer alten Schule wollen sie ein Zentrum für Kunst und Therapie eröffnen – ein bürgerlicher Lebenstraum, der schnell scheitert. Stattdessen entdeckt Gesine Volkmann, Heilpraktikerin und politisch naiv, ein lukratives Geschäftsmodell: die Unterbringung von Flüchtlingen. Was als moralisch aufgeladene Hilfsbereitschaft beginnt, entwickelt sich zum sozialen Sprengsatz. Zwischen ostdeutscher Provinz, westdeutschem Sendungsbewusstsein und den Realitäten der Migration geraten Nachbarn, Familien und Ideologien unaufhaltsam aneinander.
In Gesines Blase dominieren Therapeutensprache, Journalistenmoral und politische Selbstvergewisserung. Doch die heterogene Zwangsgemeinschaft aus Ostdeutschen, Migranten, Konvertiten und Aktivisten zeitigt einen Strudel aus Radikalisierung und Gewalt, bis ein Brandanschlag auf das Flüchtlingsheim entlarvt, dass Narrative wichtiger sind als die Wahrheit. Während Gesines Mann Christian an seiner Kunst zerbricht, gerät sein Freund, der ostdeutsche Langzeitarbeitslose Thorsten Becker, unter Generalverdacht.
Parallel erzählt der Roman die romantische Liebe der hübschen Eva. Die Tochter der Volkmanns ist zwischen den Avancen eines rechten Jugendlichen und einem marokkanischen Migranten hin und hergerissen ist. Das Erstaunliche: Rechte und islamistische Fanatiker begegnen sich nicht als Gegensätze, sondern als ideologische Spiegelbilder. Pubertärer Trotz und romantische Sehnsucht verführen Eva zu einer dramatischen Fehlentscheidung, die ihr Leben für immer verändern wird.
